Eins ist sicher: Jeder Beitrag zählt.

Festgeldanlage Mehrwert Hirtentum

"Vielfalt kann man nur mit Vielfalt erzeugen"

Ein heißer Juli-Nachmittag. Das Ethical Banking-Team begibt sich auf eine einstündige Wanderung zur Hofalm bei Terenten. Oben angekommen, wartet bereits Hirte Matthias Prieth, der uns gut gelaunt begrüßt. Bereits zum dritten Mal verbringt er den Sommer mit seiner Familie sowie vier Herdenhunden den Sommer auf der rund 2100m hoch gelegenen Alm.
Mit 18 Ziegen, 60 Schafen sowie einigen Kälbern und Pferden ist seine Herde jedoch deutlich kleiner, als sie eigentlich sein müsste. Wirtschaftlich sinnvoll wäre eine wesentlich größere Herde. Doch genau das ist in Italien kaum möglich. Und die Folgen davon sind für jeden spür- und erkennbar. Ein Blick hinter die Hofalm genügt. Wo früher offene Almflächen waren, breiten sich heute dichte Alpenrosenbestände aus. Der Grund dafür ist überraschend einfach: Fehlen ausreichend Weidetiere, verbuschen die Almflächen. „Eine unzureichende Beweidung führt zur Verbuschung, wodurch wertvolle Biodiversität verloren geht.“, werden wir aufgeklärt. Ein Beispiel für eine Pflanze, die sich durch die unzureichende Beweidung immer mehr ausbreitet, ist die Alpenrose. Und tatsächlich, bei einem genaueren Blick auf die Landschaft hinter die Hofalm können wir deutlich erkennen, dass große Teile davon bewachsen sind. Betroffen ist rund ein Drittel der Fläche, auf der Matthias‘ Tiere weiden sollten.
Doch warum gibt es überhaupt so wenige Tiere auf den Almen? Der Grund dafür ist nicht mangelndes Engagement der Hirten, ganz im Gegenteil: Das Problem liegt bei den rechtlichen Rahmenbedingungen Italiens. Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz wird das Hirtentum in Italien nur sehr eingeschränkt gefördert und zusätzlich durch zahlreiche gesetzliche Vorschriften erschwert. Dennoch hat sich Matthias für diesen Weg entschieden. Nicht aus finanziellen Gründen, ließ er uns wissen, sondern aus idealistischen.
Menschen wie Matthias sind es, die unsere Almen seit Generationen prägen, ihren einzigartigen Charakter bewahren und dafür sorgen, dass das noch vorhandene Maß an Biodiversität nicht weiter verloren geht. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Beruf mit zahlreichen Herausforderungen. Geregelte Arbeitszeiten gibt es nicht. Diese richten sich nach den Tieren, ihren Bedürfnissen und werden zusätzlich von äußeren Faktoren beeinflusst. Hinzu kommt die große Verantwortung, die Hirten nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Landschaft tragen.
Und genau Menschen wie Matthias möchte die Raiffeisenkasse Bozen/Ethical Banking mit der neuen Festgeldanlage unterstützen. Denn nur, wenn wir dafür sorgen, dass das Hirtentum Zukunftsaussichten hat, können wir unsere Landschaft für viele weitere Generationen erhalten, sodass auch unsere Kinder die Almen, die Artenvielfalt und die einzigartige Kulturlandschaft noch erleben können.

Hören Sie hier den Radiobeitrag "Radio Wohnzimmer" mit Matthias Prieth:

Radio Wohnzimmer mit Matthias PriethMatthias Prieth zu Gast bei der Radiosendung "Radio Wohnzimmer" am 20-12-2025
75.43 Mb